Der ultimative Stakeholder-Management Leitfaden für Ihre Marketing-Projekte

Um ein Marketing-Projekt erfolgreich durchzuführen, kommt es besonders auf zwei Schlüsselelemente an: eine klare Vision und offene Kommunikation. 

Eine klare Vision gibt Stakeholdern Halt und Orientierung. Offene und auf die jeweiligen Stakeholder zugeschnittene Kommunikation schafft konstruktiven Austausch. 

Wer entscheidende Stakeholder sind, was sie brauchen und wie sie zum Erfolg des Projekts beitragen können, erklären wir in diesem Artikel.  

Was ist Stakeholder-Management? Und warum ist es so wichtig?

Jedes Projekt hat unterschiedliche Stakeholder, die sowohl innerhalb aber auch außerhalb des Unternehmens zu finden sind. Zu den internen Stakeholdern zählen beispielsweise Mitarbeiter und Führungskräfte. Zu den externen Stakeholdern zählen Kunden und Agenturen. Alle Stakeholder haben meist direkt oder indirekt Interesse an den Aktivitäten des Unternehmens und demnach auch am erfolgreichen Ausgang des gemeinsamen Projekts. 

Die unterschiedlichen Stakeholder haben allerdings abweichende Ansichten. Sie sind für verschiedenste Aufgaben innerhalb des Projekts verantwortlich, stehen eventuell anderweitig unter enormem Stress und haben eigene Prioritäten. 

Sie sind gänzlich unterschiedliche Persönlichkeiten, die ein guter Stakeholder Manager einzuschätzen weiß. Denn einzelne Faktoren können unter Umständen das Projekt gefährden. Andere wiederum können es beispielsweise fördern.  

Ein gutes Stakeholder-Management ist daher essentiell, um ein Projekt zum Erfolg zu führen. Denn nur wenn die verschiedenen Stakeholder informiert und eingebunden sind, können sie auch aktiv zum Erfolg des Projekts beitragen. 

Sind sie nicht informiert und eingebunden, entsteht keine Bindung zum Projekt, Frustration und Orientierungslosigkeit kommen auf und die Arbeit für das Projekt wird ineffizient ausgeführt. Stakeholder-Management soll demnach positive Einflüsse durch und auf Stakeholder verstärken und negative minimieren. 

Das folgende Video definiert und erklärt das Konzept des Stakeholders im Detail: 


Wie sieht der Stakeholder-Management-Prozess für Marketing-Projekte aus? 

Nehmen wir ein durchschnittliches digitales Marketingteam. Neue Tools müssen implementiert werden, die Social-Media-Strategie muss überholt werden oder die Produktion eines bereichsübergreifenden Marketing-Videos steht an. 

Jedes Projekt bindet dabei unterschiedliche Stakeholder ein. Diese müssen während des gesamten Projekts engmaschig betreut werden. Stakeholder-Management sollte demnach während des gesamten Projektes betrieben werden und nicht nur einem einmaligen Work Package gleichkommen. Wie der Stakeholder-Management-Prozess im Detail abläuft, zeigen wir nun anhand eines beispielhaften Marketing-Projekts: dem Launch eines neuen Marketing-Videos. 

Für den durchschnittlichen Stakeholder-Management Prozess gibt es fünf Schritte:

1. Stakeholder-Identifikation

2. Stakeholder-Analyse

3. Stakeholder-Maßnahmenplanung

4. Stakeholder-Maßnahmendurchführung

5. Evaluierung des Stakeholder-Managements

Stakeholder-Management-Prozess

1. Identifikation der Stakeholder

Im ersten Schritt identifizieren Sie alle für Ihr Projekt wichtigen Stakeholder. Rufen Sie dazu das Kernprojektteam zusammen und definieren Sie gemeinsam alle internen wie externen Stakeholder. 

Benötigen Sie beispielsweise externen Support durch eine Agentur, die sich um die Aufnahme von Videomaterial kümmert? Kommen noch weitere externe Partner wie Texter und Übersetzer dazu? Welche Stakeholder haben Sie intern zu bedienen? Brauchen Sie die Unterstützung des Abteilungsleiters, da es sich um ein Imagevideo der gesamten Abteilung handelt? Oder reicht der einzelne Geschäftsbereich? Welche Stakeholder benötigen Sie aus dem Fachbereich? Wer hat zudem Interesse am Ausgang des Projekts? 

Scheuen Sie sich nicht, “zu viele” Stakeholder auf Ihre Liste zu setzen. Das ist ein gutes Zeichen und deutet darauf hin, dass Sie niemanden vergessen haben. Alle Stakeholder können Sie beispielsweise in einer Excel- oder Google-Sheet Liste festhalten. 

2. Stakeholder-Analyse

Sammeln Sie zusätzliche Informationen über die in Schritt 1 definierten Stakeholder. Diese helfen Ihnen nicht nur dabei Ihre Stakeholder besser kennenzulernen, sondern können auch direkt am Anfang des Projekt mögliche „Projektunterstützer“ aber auch „Gegenstimmen“ identifizieren.

Je besser Sie die Bedürfnisse und Anforderungen Ihrer Stakeholder kennen, desto effizienter können Sie mit ihnen kommunizieren und im Problemfall schnell und gezielt reagieren. 

Folgende Fragen sollten Sie bei der Stakeholder-Analyse beachten:

  1. Wie groß ist das Interesse des Stakeholders?
  2. Was motiviert den Stakeholder, was treibt den Stakeholder an?
  3. Auf welche Informationen ist der Stakeholder im Laufe des Projekts angewiesen? 
  4. Welche Kommunikationskanäle präferiert der Stakeholder?
  5. Ist der Stakeholder momentan zufrieden mit unserer Arbeit?
  6. Wovon lässt der Stakeholder sich beeinflussen? 
  7. Wer kann und wird den Stakeholder und seine Meinung beeinflussen?

Bei der Darstellung der Stakeholder-Analyse können Sie sich beispielsweise zwischen einer einfachen Liste, einer komplexen Kraftfeldanalyse, einer Stakeholder-Matrix oder einer Stakeholder-Landkarte entscheiden.

Nachdem Sie die Eigenschaften Ihrer Stakeholder genauer analysiert haben, können Sie nun deren Rolle innerhalb des Projekts definieren. 

Das geht am einfachsten mittels einer Einfluss/Interesse Matrix. Die Matrix hilft Ihnen dabei, effizienter und zielgerichteter mit Ihren Stakeholdern zu kommunizieren:

Stakeholder-Analyse

Dabei lassen sich die unterschiedlichen Gruppen wie folgt beschreiben:

Viel Einfluss, geringes Interesse: Diese Stakeholdergruppe ist meist stark beschäftigt und bedarf lediglich weniger, dafür aber gezielter Schlüsselinformationen zum Stand des Projekts. Im Falle des Marketing-Videos wäre das beispielsweise die Abteilungsleitung. 

Viel Einfluss, großes Interesse: Diese Stakeholder sollten aktiv und regelmäßig eingebunden werden. Die Gruppe ist besonders wichtig und hat eine Schlüsselfunktion inne. Sie ist für den Erfolg Ihres Projekts wichtig und sollte daher stets zufrieden gestellt werden. Pflegen Sie daher regelmäßigen Kontakt. 

Für das Marketing-Video könnten das beispielsweise die Ansprechpartner aus den verschiedenen Fachbereichen sein. Gerade für diese Gruppe ist die fachgerechte und korrekte Darstellung Ihrer Kompetenzen essentiell. 

Wenig Einfluss, geringes Interesse: Diese Stakeholdergruppe sollte lose beobachtet werden. Sie bedarf weniger bis keiner Updates. Für das Marketing-Video sind das beispielsweise weitere interne Kollegen aus dem Marketing, die nicht direkt im Projekt eingebunden sind, sich aber dennoch von Zeit zu Zeit dazu äußern könnten.    

Wenig Einfluss, großes Interesse: Diese Stakeholder sollten regelmäßig informiert werden. Auch wenn sie keinen großen Einfluss innerhalb des Unternehmens haben, so sind sie dennoch eine wichtige Ressource, um wertvolles Feedback für den weiteren Verlauf des Projekts zu sammeln. 

Das wären beispielsweise externe Partner. Auch wenn diese wenig Einfluss haben, ist die von ihnen durchgeführte kreative Umsetzung entscheidend für den Erfolg des Marketing-Videos. 

3. Stakeholder-Maßnahmenplanung

Nachdem Sie sich nun ein klares Bild über die Rollen und Einflussmöglichkeiten Ihrer Stakeholder verschafft haben, können Sie entsprechende Maßnahmen planen. Dabei ist zu beachten, dass die vier definierten Stakeholdergruppen unterschiedlicher Kommunikationsmaßnahmen bedürfen: 

Viel Einfluss, geringes Interesse: 

Hierbei handelt es sich um das obere Management wie die Abteilungsleitung – eine Vielzahl an unterschiedlichen Informationen ist hier nicht erwünscht. Beschränken Sie sich daher in der Kommunikation mit der Stakeholdergruppe auf das Wesentliche und informieren nur zu zentralen Updates wie der fachlich gegebenen Freigabe des Skripts. Dazu nutzen Sie am besten eine kurze Mail oder ein persönliches Treffen. 

Viel Einfluss, großes Interesse

Diese Stakeholder sind Ihre Drahtzieher, weshalb Sie sie eng managen sollten. Auf Ihre fachlichen Ansprechpartner sind sie innerhalb dieser Gruppe angewiesen, um für inhaltliche Richtigkeit des Marketing-Videos zu garantieren. 

Dabei ist ein häufiger und enger Austausch zwischen den Fachexperten und Agenturen beispielsweise unerlässlich, damit beide Seiten, fachlich wie kreativ, an einem Strang ziehen. Informieren Sie die Gruppe daher regelmäßig und umfassend, idealerweise durch regelmäßige Meetings. 

Binden Sie die Stakeholder zudem auch aktiv in Freigabeprozesse ein und holen sich Freigaben auch zu Zwischenschritten. 

Wenig Einfluss, geringes Interesse 

Diese Gruppe sollten Sie lose überwachen. Die Stakeholder haben zwar wenig Einfluss und Interesse, können aber je nach Situation von Vorteil sein. Teilen Sie beispielsweise kurze Informationen zum Status des Projekts im Teammeeting mit anderen Marketing Kollegen. 

Oft kann der kurze, „externe“ Blick mit präzisem Feedback wichtige Einsichten bringen. Informieren Sie diese Gruppe daher so oft wie nötig und so wenig wie möglich. E-Mails oder kurze Treffen sind die bevorzugte Art der Kommunikation. 

Wenig Einfluss, großes Interesse:

Auch wenn diese Stakeholdergruppe keinen großen Einfluss innerhalb des Unternehmens hat, so ist sie doch genauso entscheidend für den Erfolg des Projekts.

Ist die grafische Umsetzung beispielsweise gänzlich ausgelagert an eine externe Agentur, so hat diese zwar innerhalb des Unternehmens als Dienstleister wenig Einfluss, weist aber den Weg des Marketing-Videos zu künstlerischer Qualität. 

Fragen Sie diese Gruppe daher aktiv und regelmäßig nach Feedback und Status und teilen Sie diese Informationen mit Ihren internen Stakeholdern. 

4. Stakeholder-Maßnahmendurchführung

Jedes noch so sorgfältig geplante Stakeholder-Management ist niemals gänzlich auf alle Eventualitäten während des Projekts vorbereitet. 

Manche Stakeholder werden im Laufe des Projekts Ihre Meinung ändern, Ihre Haltung zum Projekt schlägt ins Negative um oder sie verlassen aus persönlichen Gründen das Projekt. Seien Sie hier stets agil und gehen Sie aktiv auf Ihre Stakeholder zu – sowohl auf Unterstützer als auch, und besonders, auf Gegner. 

Große Meetings mit einer Vielzahl an Stakeholdern bieten dafür eine schlechte Plattform. Vermeiden Sie diese daher für Konfliktgespräche und wenden sich direkt an die jeweilige Kollegin oder Kollegen. Einzeln sind Stakeholder greifbarer und auch nahbarer. 

Eine weitere Maßnahme ist eine kontinuierlich und offene Feedback-Plattform. Fragen Sie beispielsweise monatlich aktiv nach Feedback und teilen Sie dies innerhalb des gesamten Projekts. So kreieren Sie Transparenz und Offenheit für alle Stakeholder. 

5. Evaluierung Stakeholder-Management

Achten Sie stets darauf, Ihren Stakeholder-Management Plan kontinuierlich zu evaluieren. Sollten sich Interessen oder Haltungen Ihrer Stakeholder im Laufe des Projekts ändern, passen Sie Ihren Plan direkt an die neuen Gegebenheiten an. Stakeholder-Management ist kein initial aufgesetzter Plan, der als separates Work Package im Projekt abgewickelt wird. 

Stakeholder-Management ist kontinuierliche Arbeit, die sich über den gesamten Zeitraum eines Projekts ausstrecken sollte. 

3 Stakeholder-Management Beispiele, die Sie inspirieren werden

Anhand der nächsten drei Beispiele werden wir nun im Detail darstellen, welchen Einfluss erfolgreiches Stakeholder-Management auf den Abschluss des jeweiligen Projekts haben kann – und warum es dadurch unerlässlich ist. 

Freigabeprozess eines Marketing-Videos mit vielen Stakeholdern

Nehmen wir das bereits erwähnte Marketing-Video. Laut dem Cisco Video Networking Index werden Ende 2020 82% des gesamten Internet Traffics videobasiert sein. 64% aller Internetuser nutzen aktiv Videoportale wie YouTube. Marketing-Videos sind daher eine gezielte strategische Investition. Doch leider sind sie alles andere als einfach umzusetzen. 

Probleme, die ohne Stakeholder-Management auftreten

Bei der Produktion eines Videos haben meist mehrere Stakeholder Ihre Finger im Spiel. Fachexperten liefern wertvollen Input, externe Kreative kümmern sich um die Videoproduktion, interne Kollegen aus dem Controlling sind verantwortlich für das Budget des Videoprojekts und die Zustimmung des oberen Managements muss selbstverständlich auch eingeholt werden. 

Viele Stakeholder, viele Meinungen. Ohne präzises Stakeholder-Management sieht sich ein Projekt wie dieses meist einem großen Hindernis gegenüber: den Feedback-Runden. 

Diese bieten enormes Konfliktpotential und greifen die Qualität der eigentlichen Arbeit massiv an. Um Feedbackrunden effizient zu halten, ist folgender Prozess im Stakeholder-Management zu empfehlen.

Prozess

Halten Sie an einer klaren Vision fest. Oft verlieren Stakeholder im Laufe eines Projekts die Orientierung. 

Bei einem langwierigen und aufwändigen Projekt wie der Videoproduktion vergessen Stakeholder oft das eigentliche Ziel und schweifen ab zu individuellen Vorhaben. Es ist daher die Aufgabe des Stakeholder-Managements, regelmäßig über die übergeordnete Vision zu kommunizieren und, ganz besonders, an ihr festzuhalten und immer wieder auf sie zu verweisen. 

Einen weiteren großen Einfluss auf die Stakeholder haben Ihre Entscheidungen während des Projekts. Kommunizieren Sie diese rechtzeitig und transparent, um sich die Unterstützung Ihrer Stakeholder zu sichern. 

Vorteile des Stakeholder-Managements

Wenn Sie während des Projekts klar und offen kommunizieren, sichern Sie sich nicht nur die Zustimmung Ihrer Stakeholder, sondern auch deren aktive Unterstützung. 

Das wird sich in der Qualität Ihres Marketing-Videos widerspiegeln – welches dadurch nicht nur qualitativ hochwertig, sondern auch effizient produziert werden kann. 

Erstellen von Produktbroschüren (für viele verschiedene Produkte)

Neben Marketing-Videos sind Produktbroschüren nach wie vor eine effiziente und beliebte Marketingmaßnahme. Auf Messen präsentieren sie beispielsweise auf einen Blick die Vielfalt aller angebotenen Produkte eines Unternehmens.

Probleme, die ohne Stakeholder-Management auftreten

Doch genau dort beginnen die Probleme. Verschiedene Produkte aus verschiedenen Fachabteilungen eines Unternehmens bringen automatisch eine Vielzahl an Stakeholdern mit sich. 

Neben internen Experten für die einzelnen Bereiche kommen Grafiker und Texter hinzu. Dabei ist besonders bei Print Broschüren die korrekte Abbildung der einzelnen Informationen essentiell. Sind diese nicht korrekt, kommt es zu Verzögerungen mit weiteren Stakeholdern wie der zuständigen Druckerei. 

Sollen die Broschüren zu einem bestimmten Zeitpunkt geliefert werden (beispielsweise für die Präsentation auf einer Messe), kann dies schnell den Erfolg des gesamten Projekts gefährden. Sobald eine Broschüre für den Druck freigegeben wurde, können inhaltliche Fehler nicht mehr korrigiert werden. 

Prozess

Um die fristgerechte Fertigstellung der Produktbroschüre zu sichern, muss das Stakeholder-Management bereits vor Projektstart die entsprechenden Review- und Freigabe-Prozesse definieren. 

Währenddessen ist eine ständige und offene Kommunikation unerlässlich, um bei eventuellen Verzögerungen schnell reagieren zu können. Seien Sie jederzeit ansprechbar für Ihre Stakeholder und gehen Sie auch aktiv auf diese zu. 

Führen Sie interne wie externe Stakeholder regelmäßig zusammen. Gerade in dieser Hinsicht findet oft kein Austausch statt, was zu Unwissenheit auf beiden Seiten führt. Sind die internen Stakeholder, beispielsweise die Fachexperten, vertraut mit dem Ablauf der Druckerei können Sie Verständnis zeigen und Ihre Arbeit beispielsweise anpassen.

Vorteile des Stakeholder-Managements

Managen Sie ein Projekt mit einer solchen Vielzahl an verschiedensten Stakeholdern, sollten Sie bereits von Anfang an in einen sorgfältigen Stakeholder-Management Plan investieren. 

Wenn Sie Ihre Stakeholder regelmäßig und transparent in das Projekt einbinden und diese auch untereinander bekannt machen und Austausch ermöglichen, vermeiden Sie etwaige Risiken im Timing und der Qualität des Endproduktes. 

Mehr Informationen zur erfolgreichen Umsetzung einer Produktbroschüre mit einer Vielzahl an Stakeholdern gibt es in unserem Artikel Wie kann man den Produktbroschüren-Designprozess (mit vielen Stakeholdern) optimieren.  

Zusammenarbeit mit einer externen Agentur, um Print-Anzeigen zu erstellen

Bei Print-Anzeigen muss das Projektmanagement interne sowie zahlreiche externe Stakeholder koordinieren. Die Print-Anzeige, wie die gedruckte Produktbroschüre, muss fehlerfrei in den Druck gehen. Um das zu erreichen, ist sorgfältiges Stakeholder-Management unerlässlich. 

Probleme, die ohne Stakeholder-Management auftreten

Ohne Stakeholder-Management kann sich die Freigabe beispielsweise extrem verzögern. Ist die Print-Anzeige an ein bestimmtes Datum gebunden, beispielsweise ein Event, kann das verheerende Folgen haben. 

Die Vielzahl an externen Stakeholdern führt oft zu Kommunikationsproblemen mit den internen Stakeholdern, wenn diese nicht richtig oder ausreichend informiert sind. Das Projekt läuft Gefahr, durch fehlende Kommunikation wichtige Deadlines zu verpassen. Die termingerechte Publikation der Anzeige wird dadurch gefährdet.  

Prozess

Um diesen Problemen entgegenzuwirken, sollte das Stakeholder-Management eine offene Kommunikationsstrategie verfolgen. Regelmäßige Meetings mit allen relevanten Stakeholdern fördern den Austausch auch unterhalb der internen wie externen Partner. 

Auch informeller Austausch während der Kaffeepausen kann Rapport zwischen den verschiedenen Stakeholdern generieren und sich positiv auf das Projektgeschehen auswirken. Halten Sie Ihre Stakeholder eingebunden, engagiert und motiviert. 

Bereiten Sie gemeinsame Meetings ausgiebig vor, um sie für alle Beteiligten relevant zu halten. Ihre Stakeholder werden es Ihnen mit Feedback und Qualität in ihrer Arbeit danken. Nutzen Sie zudem gemeinsame Kollaborationstools, um die Zusammenarbeit effizienter zu halten.

Vorteile des Stakeholder-Managements

Sind sie wie bei der Print Broschüre an zeitliche Vorgaben gebunden, kann Stakeholder-Management durch offene Kommunikation das Einhalten des Terminplans sicherstellen. Stakeholder-Management bringt die unterschiedlichen Stakeholder zusammen und fördert dadurch konstruktiven Austausch. Dieser wirkt sich wiederum positiv auf das Projektergebnis aus. 

So erstellen Sie einen soliden Stakeholder-Management Plan 

Um ein erfolgreiches Stakeholder-Management während eines Projekts zu betreiben, bedarf es einer strikten Planung und Strategie. Auch wenn Stakeholder-Management während des Projekts oft ein hohes Maß an Agilität und Flexibilität erfordert, so schafft ein gut ausgearbeiteter Stakeholder-Management Plan im Voraus dennoch eine solide Grundlage. Projektmanager können sich so immer wieder an der zuvor festgelegten Strategie orientieren, Stakeholdern dadurch Halt geben und so ultimativ das Projekt zum Erfolg führen. 

Stakeholder-Management Plan

Mit Hilfe unserer Vorlage lassen sich Stakeholder-Management Pläne einfach und unkompliziert erstellen. 

Das geht so:

1. Stakeholder auflisten

Im ersten Schritt tragen Sie alle relevanten Stakeholder in die Liste ein. Beginnen Sie bei den internen Partnern wie Ihren Marketing Kollegen, den Fachexperten, dem oberen Management. Erweitern Sie die Liste dann um externe Partner wie Druckereien, Agenturen, freie Grafiker und Texter. 

Stakeholder auflisten

Gibt es noch weitere Stakeholder, die auf Ihr Projekt Einfluss nehmen könnten? Tragen Sie die Kontaktinformationen Ihrer Stakeholder zusammen. 

Besonders bei größeren Projekten sind meist zahlreiche Stakeholder involviert, sodass Sie alle Informationen an einem Ort haben sollten. 

2. Interesse bestimmen

Bestimmen Sie in einem zweiten Schritt das Interesse der Stakeholder. Wie interessiert sind die Einzelpersonen an einem positiven Ausgang des Projekts? 

Denken Sie dabei auch an die Auswirkungen, welche das Projekt auf die Arbeit der Stakeholder haben könnte. Versetzen Sie sich in Ihre Stakeholder, um deren Interessen so präzise wie möglich zu ermitteln. 

Interessen der Stakeholder bestimmen

3. Einfluss festlegen

In einem dritten Schritt legen Sie den Einfluss der Stakeholder fest, welchen diese auf Ihr Projekt nehmen können. Der Einfluss des oberen Managements ist beispielsweise größer als der Ihrer Marketing Kollegen. Haben Sie den Einfluss Ihrer Stakeholder festgelegt, können Sie später während des Projekts danach filtern. So sehen Sie im Handumdrehen, welche Stakeholder Sie beispielsweise bei etwaigen Problemen kontaktieren können.

Einfluss der Stakeholder festlegen

4. Haltung bestimmen

Im vierten Schritt legen Sie die aktuelle Haltung Ihrer jeweiligen Stakeholder fest. Diese mag sich im Laufe des Projekts ändern und muss daher stetig aktualisiert werden. Sie ist ein essentieller Indikator für den Erfolg des Projekts. 

Haltung der Stakeholder bestimmen

Filtern Sie direkt nach unzufriedenen Stakeholdern und identifizieren diese als mögliche Opposition innerhalb des Projekts. Gehen Sie aktiv auf einzelne, unzufriedene Stakeholder zu und sprechen mit Ihnen. Oft lassen sich negative Haltungen in einem persönlichen Gespräch in positive umwandeln. 

Präsentieren Sie Ihr Projekt mit für diesen Stakeholder wichtigen Informationen und Vorteilen und überzeugen Ihn so. 

5. Update-Häufigkeit definieren

Anhand der vorab definierten Informationen über die jeweiligen Stakeholder können Sie nun in einem letzten Schritt die Update-Häufigkeit festlegen.

Update-Häufigkeit der Stakeholder bestimmen

Orientieren Sie sich dabei an der Einfluss/Interesse Matrix aus Punkt 2 „Stakeholder-Analyse“. Haben Sie einem Stakeholder im Template beispielsweise ein geringes Interesse aber hohen Einfluss zugeordnet, so bedarf dieser Stakeholder einer niedrigen Update-Häufigkeit. 

Selbstverständlich können Sie die Vorlage beliebig erweitern und auf Ihr Projekt zuschneiden. Jedes Projekt ist anders, involviert mal mehr, mal weniger Stakeholder und bedarf daher auch einer unterschiedlicher Analyse. 

Je nachdem wie detailliert Sie die Analyse Ihrer Stakeholder aufsetzen wollen, können Sie die Informationsdichte beliebig erweitern. Fügen Sie beispielsweise alle Regeltermine hinzu und geben an, welche Stakeholder an welchen Meetings teilnehmen. 

Wenn Sie regelmäßiges Feedback einholen, implementieren Sie dieses beispielsweise direkt hinter dem jeweiligen Stakeholder (sofern Sie das Feedback namentlich erhalten haben). Passen Sie die Stakeholderliste so an, dass sie für Sie einen Mehrwert während des Projekts darstellt. 

Fazit 

Stakeholder-Management ist schon lange kein zusätzliches Add-on im Projektmanagement mehr. Es ist essentieller Bestandteil eines jeden Projekts und aktiv mitverantwortlich für den erfolgreichen Ausgang. 

Wenn Sie Ihre Stakeholder ihrer Rolle entsprechend einbinden, stellen Sie so deren aktive Unterstützung und demnach auch hohe Arbeitsqualität sicher. Achten Sie dabei stets auf eine offene und transparente Kommunikation während jeder Projektphase und haben Sie stets ein offenes Ohr sowie feines Gespür für Unstimmigkeiten. 

Agieren Sie frühzeitig sobald Sie diese erkennen und gehen aktiv auf Gegenstimmen ein. Nutzen Sie zudem attraktive Kollaborationstools wie Filestage, um Dateien kinderleicht abzustimmen und freizugeben sowie die Zusammenarbeit für alle Stakeholder so angenehm, einfach und unkompliziert wie möglich zu halten. Als Projektmanager halten Sie die Fäden in der Hand.